Nahrungsergänzungsmittel abfüllen und sicher verpacken
Weil der Alltag nicht immer nach Ernährungsplan läuft
Eigentlich wissen wir, wie eine ausgewogene Ernährung aussieht: frisch, abwechslungsreich und möglichst nicht zwischen zwei Terminen im Stehen gegessen.
Dann kommt der Alltag. Morgens muss es schnell gehen, mittags wird gegessen, was gerade passt, und abends war der Tag wieder länger als geplant. Manche Menschen treiben viel Sport, verzichten bewusst auf bestimmte Lebensmittel oder möchten ihre Ernährung gezielt ergänzen.
Die Gründe sind unterschiedlich. Der Gedanke dahinter ist häufig derselbe: Man möchte etwas für sich tun.
Was später mit einem Messlöffel aus Beutel, Dose oder Glas genommen wird, hat vorher allerdings schon einiges hinter sich. Das Produkt muss dosiert und sauber abgefüllt werden. Das Gewicht soll stimmen, die Verpackung zum Inhalt passen und ein Beutel am Ende zuverlässig verschlossen sein.
Auf dem Papier sieht das recht überschaubar aus. Wie einfach oder anspruchsvoll der Weg in die Verpackung wird, zeigt sich jedoch erst am Produkt.
Pulver, Granulat, Kräuter oder Dragees
Nahrungsergänzungsmittel gibt es in vielen Formen – und jedes Produkt verhält sich beim Abfüllen anders.
Ein lockeres Pulver benötigt viel Platz und kann beim Dosieren stauben oder an Oberflächen haften. Ein Granulat rieselt meist ruhiger, läuft aber abhängig von Körnung, Form und Dichte unterschiedlich schnell. Kräuter- und Pflanzenmischungen sind häufig leicht, unregelmäßig und vergleichsweise voluminös. Dragees lassen sich in vielen Fällen gut dosieren, sollten dabei aber möglichst schonend behandelt werden.
Auch Mischungen aus feinen und gröberen Bestandteilen verdienen Aufmerksamkeit. Unterschiedliche Korngrößen können sich auf dem Produktweg verschieden verhalten. Eine gleichmäßige Rezeptur im Vorratsbehälter soll schließlich auch möglichst gleichmäßig in der einzelnen Verpackung ankommen.
Für die Auswahl einer Abfülllösung zählen deshalb nicht nur Produktname und Zielgewicht. Fließverhalten, Volumen, Zusammensetzung und Empfindlichkeit gehören ebenso dazu.
Abfüllen mit GALAXY Compact und Advance
Für das dosierte Abfüllen kommen besonders die GALAXY Compact und die GALAXY Advance infrage.
Beide Waagen arbeiten nach demselben Prinzip: Das Produkt gelangt über eine Vibrationsrinne in die Waagschale. Zunächst wird zügig vorgefüllt, anschließend erfolgt die Feindosierung bis zum eingestellten Zielgewicht.
Der wesentliche Unterschied liegt in der Größe der Waage, im möglichen Füllgewicht und in der Breite des Produktweges.
GALAXY Compact für kleinere Gebinde
Die GALAXY Compact ist für Füllgewichte von etwa 20 bis 2.000 Gramm ausgelegt. Ihre Vibrationsrinne ist 130 Millimeter breit. Damit passt sie gut zu kleineren Verpackungen und vielen Pulvern, Granulaten, Kräutermischungen oder Dragees.
Bei der Auslegung sollte neben dem Gewicht auch das Produktvolumen betrachtet werden. Ein dichtes Granulat benötigt weniger Platz als ein leichtes Pulver. Eine lockere Kräutermischung kann schon bei geringem Gewicht ein beachtliches Volumen mitbringen.
Eine passend eingestellte Waage unterstützt zuverlässige Füllgewichte, reduziert unnötige Produktverluste und sorgt für einen gleichmäßigeren Arbeitsablauf.
GALAXY Advance für größere Füllmengen
Wenn die Gebinde größer werden und mehr Produkt bewegt werden soll, kommt die GALAXY Advance ins Spiel. Bei Nahrungsergänzungsmitteln betrachten wir sie vor allem für Füllgewichte bis etwa 5 Kilogramm.
Ihre Vibrationsrinne ist mit bis zu 280 Millimetern deutlich breiter. Je nach Ausführung kann sie in einen breiten und einen schmaleren Bereich aufgeteilt werden, sodass Grob- und Feindosierung räumlich voneinander getrennt sind.
Über den breiteren Produktweg kann mehr Material gleichzeitig transportiert werden. Bei größeren Füllmengen kann sich das positiv auf die Abfüllgeschwindigkeit auswirken. Wie deutlich dieser Vorteil ausfällt, hängt von der jeweiligen Rezeptur ab.
Als erste Orientierung gilt daher:
Die GALAXY Compact passt zu kleineren Gebinden. Die GALAXY Advance bietet mehr Raum für größere Füllmengen und voluminösere Produkte.
Welche Ausführung tatsächlich sinnvoll ist, zeigt sich am konkreten Produkt.
In den Beutel, die Dose oder das Glas
Nahrungsergänzungsmittel werden in unterschiedlichen Verpackungen angeboten.
Pulver und Granulate finden ihren Platz häufig in Standbodenbeuteln oder Dosen. Kräuter- und Pflanzenmischungen werden je nach Zusammensetzung in Beutel oder Gläser abgefüllt. Auch für Dragees kommen verschiedene Verpackungsformen infrage.
Die GALAXY Waagen können vorgefertigte Beutel ebenso befüllen wie Dosen und Gläser. Die Wahl der Verpackung beeinflusst dabei den gesamten Arbeitsplatz.
Ein Beutel muss geöffnet, gehalten und geführt werden. Eine Dose steht von allein, muss aber sicher und in der richtigen Höhe unter dem Auslauf positioniert sein. Bei einem Glas kommen das Eigengewicht und eine vorsichtigere Handhabung hinzu. Auch die Öffnungsweite entscheidet mit darüber, wie sauber das Produkt in der Verpackung landet.
Eine abgestimmte Behälterposition und eine passende Auslaufhöhe helfen, Produktverluste und Verschmutzungen zu verringern. Gleichzeitig erleichtern sie dem Bediener die tägliche Arbeit.
Beim Beutel entscheiden Material und Arbeitsweise
Ist das Produkt im Beutel, muss dieser zuverlässig verschlossen werden.
Welches Folienschweißgerät dafür infrage kommt, richtet sich zunächst nach dem Beutelmaterial. Ein einfacher PE-Beutel stellt andere Anforderungen als eine stärkere Mono- oder Verbundfolie.
Hinzu kommt der tatsächliche Produktionsablauf: Werden regelmäßig viele Beutel nacheinander verschlossen? Geht es um kleinere Chargen und häufig wechselnde Produkte? Wie schwer ist der gefüllte Beutel und wie gut lässt er sich während des Verschließens führen?
Aus diesen Fragen ergibt sich, welches Gerät im Alltag sinnvoll ist.
Durchlauf-Schweißmaschinen für größere Stückzahlen
Für den regelmäßigen Betrieb mit vielen Beuteln bieten sich Durchlauf-Schweißmaschinen an.
Der Bediener führt den gefüllten Beutel in die Maschine ein. Anschließend wird er durch den Schweißbereich transportiert und während des Durchlaufs verschlossen. Der einzelne Schweißvorgang muss dadurch nicht jedes Mal neu ausgelöst werden.
Das ermöglicht einen gleichmäßigen Arbeitsrhythmus und kann den Verschluss größerer Stückzahlen beschleunigen.
Welche Durchlauf-Schweißmaschine passt, hängt vom Material, vom Format und vom Gewicht des gefüllten Beutels ab. Auch die Zuführung sollte so gestaltet sein, dass der Bediener die Verpackungen sicher und ohne unnötige Handgriffe übergeben kann.
Tischgeräte für kleinere Produktionen
Bei kleineren Produktionen, einzelnen Chargen oder häufig wechselnden Produkten sind Tischgeräte oft die passendere Lösung.
Hebelarmgeräte
Ein Hebelarmgerät wird von Hand geschlossen. Der Beutel wird eingelegt und ausgerichtet, anschließend wird der Hebel heruntergedrückt und der Schweißimpuls ausgelöst.
Die Geräte arbeiten mit einfacher Impulsbeheizung. Wärme wird nur während des Schweißvorgangs erzeugt, eine längere Aufheizphase ist nicht erforderlich.
Hebelarmgeräte sind kompakt und unkompliziert. Sie eignen sich gut für gelegentliche oder kleinere Schweißaufgaben.
400-M- und 410-M-Serie
Bei den Geräten der 400-M- und 410-M-Serie wird der Schweißvorgang mit dem Fuß ausgelöst. Dadurch bleiben beide Hände frei, um den gefüllten Beutel zu halten und sauber auszurichten.
Das ist besonders hilfreich, wenn der Beutel schwerer ist, nicht selbstständig steht oder sein Inhalt vor dem Verschließen aus dem Siegelbereich gestrichen werden muss.
Die doppelte Impulsbeheizung bringt die Wärme von beiden Seiten an das Material. Gerade bei stärkeren Folien kann dies einen gleichmäßigen und zuverlässigen Verschluss unterstützen.
Die Fußbedienung erleichtert nicht nur die Handhabung. Sie kann auch die Positionierung verbessern, die Arbeit ergonomischer machen und unnötige Nacharbeit vermeiden.
HSG Heißsiegelgeräte
Das HSG Heißsiegelgerät arbeitet mit dauerhaft beheizten Siegelelementen. Der Schweißvorgang wird ebenfalls über einen Fußdrucktaster ausgelöst.
HSG Heißsiegelgeräte kommen insbesondere bei geeigneten Alu-, Papier- und anderen Verbundmaterialien infrage. Für einfache PE-Beutel wird dagegen in der Regel ein Gerät mit Impulsbeheizung benötigt.
Die Geräteauswahl lässt sich damit recht bodenständig eingrenzen:
Welches Material wird verwendet? Wie groß und schwer ist der Beutel? Wie häufig wird geschweißt? Und wie soll der Bediener dabei arbeiten?
Eine gute Schweißnaht beginnt beim Abfüllen
Der spätere Siegelbereich sollte möglichst frei von Produktresten bleiben.
Bei einem feinen Pulver kann Staub bis an den oberen Beutelrand gelangen. Bei einer Kräutermischung liegt möglicherweise ein Blatt oder Stiel zwischen den Folienlagen. Auch einzelne Granulate oder Dragees können beim Handling in den Schweißbereich geraten.
Deshalb gehören Abfüllen und Verschließen zusammen. Auslaufhöhe, Beutelöffnung, Beutelführung und der Weg zum Schweißgerät beeinflussen, wie sauber und zuverlässig der Verschluss gelingt.
Ein gut geplanter Ablauf verringert das Risiko fehlerhafter Schweißnähte. Das bedeutet weniger Nacharbeit, weniger Ausschuss und Verpackungen, die zuverlässig geschlossen bleiben.
Häufig braucht es dafür keine aufwendige Sonderlösung. Schon ein vernünftig aufgebauter Arbeitsplatz kann einen deutlichen Unterschied machen.
Der Arbeitsplatz gehört zur Verpackungslösung
Waage, Verpackung und Schweißgerät sollten nicht nur technisch zueinander passen. Sie müssen auch im täglichen Ablauf sinnvoll angeordnet sein.
Kurze Wege und eine passende Arbeitshöhe erleichtern wiederkehrende Tätigkeiten. Beide Hände sollten dort frei sein, wo ein Beutel gehalten oder ausgerichtet werden muss. Produkt und Verpackung sollten nicht unnötig umgefüllt oder über längere Strecken getragen werden.
Auch Reinigung und Produktwechsel gehören zur Planung. Gut erreichbare produktberührende Bereiche erleichtern den Wechsel zwischen unterschiedlichen Rezepturen und helfen, Stillstandzeiten zu verkürzen.
Wer diese Punkte berücksichtigt, schafft einen Ablauf mit weniger Produktverlusten, weniger unnötigen Handgriffen und besseren Voraussetzungen für gleichmäßige Füllungen und sichere Verschlüsse.
Vom guten Gedanken zur fertigen Verpackung
Am Anfang steht ein Mensch, der etwas für sich tun möchte.
Vielleicht gehört das Proteinpulver zum Sport, die Kräutermischung zum täglichen Ritual, das Granulat zu einer bewussten Ernährung oder die Dragees einfach zur gewohnten Morgenroutine.
Wer später Beutel, Dose oder Glas öffnet, denkt vermutlich nicht an Vibrationsrinnen, Grob- und Feindosierung oder doppelte Impulsbeheizung. Er vertraut darauf, dass die richtige Menge enthalten ist, das Produkt ordentlich verpackt wurde und die Verpackung bis zum Öffnen zuverlässig hält.
Genau dafür muss der technische Ablauf im Hintergrund stimmen.
Erst das Zusammenspiel aus Produkt, Dosierung, Verpackung, Verschluss und Arbeitsplatz macht aus einer Rezeptur eine fertige Verpackung, die im Alltag funktioniert.
Am besten sehen wir uns das gemeinsam an
Vieles lässt sich am Telefon oder per E-Mail bereits gut eingrenzen.
Wie ein Produkt auf der Waage tatsächlich läuft, wie es in den Beutel fällt und wie sich die gefüllte Verpackung verschließen lässt, zeigt sich jedoch am besten im praktischen Versuch.
Bringen Sie Ihr Produkt und Ihre Verpackung mit zu uns nach Hamburg. In unserem Vorführraum können wir unterschiedliche Einstellungen testen, Maschinen vergleichen und gemeinsam den gesamten Arbeitsablauf betrachten.
Dabei geht es nicht nur darum, was eine Maschine laut Datenblatt kann. Es geht darum, wie sie mit Ihrem Produkt arbeitet, wie gut sich die Verpackung handhaben lässt und welche Lösung zu Ihrer Produktion passt.
Häufige Fragen zum Verpacken von Nahrungsergänzungsmitteln
Was unterscheidet GALAXY Compact und GALAXY Advance?
Was unterscheidet GALAXY Compact und GALAXY Advance?
Beide Waagen arbeiten nach demselben Dosierprinzip. Die GALAXY Compact ist für kleinere Gebinde und Füllgewichte von etwa 20 bis 2.000 Gramm ausgelegt. Die GALAXY Advance bietet mit ihrer breiteren Vibrationsrinne mehr Platz und kommt bei Nahrungsergänzungsmitteln vor allem für Füllgewichte bis etwa 5 Kilogramm infrage.
Können auch Dosen und Gläser befüllt werden?
Können auch Dosen und Gläser befüllt werden?
Ja. Neben vorgefertigten Beuteln können auch Dosen und Gläser unter dem Auslauf positioniert werden. Wichtig sind eine passende Höhe, eine ausreichend große Öffnung und eine sichere Behälterführung.
Welches Folienschweißgerät eignet sich?
Welches Folienschweißgerät eignet sich?
Das hängt vom Beutelmaterial und vom Arbeitsablauf ab. Für größere Stückzahlen können Durchlauf-Schweißmaschinen sinnvoll sein. Bei kleineren Produktionen kommen je nach Material Hebelarmgeräte, Geräte der 400-M- oder 410-M-Serie sowie HSG Heißsiegelgeräte infrage.
Warum sollte der Siegelbereich frei von Produktresten bleiben?
Warum sollte der Siegelbereich frei von Produktresten bleiben?
Pulver, Kräuterbestandteile, Granulate oder Dragees zwischen den Folienlagen können die Ausbildung einer gleichmäßigen Schweißnaht beeinträchtigen. Ein sauberer Siegelbereich reduziert fehlerhafte Verpackungen und unnötige Nacharbeit.
Gemeinsam die passende Lösung finden
Sie haben Fragen zu unseren Geräten, technischen Details oder wünschen eine individuelle Beratung für Ihren Verpackungsprozess? Schreiben Sie uns einfach – wir melden uns zeitnah bei Ihnen.
Besuchen Sie unseren Vorführraum: Möchten Sie die Technik nicht nur auf dem Papier kennenlernen? Wir laden Sie herzlich ein, unsere Maschinen und Materialien live bei uns vor Ort zu testen – gerne auch direkt mit Ihren eigenen Produkten.
